Brot - Segen oder Fluch?

Backwaren stehen seit Jahren bei Ernährungscoaches in der Kritik. Sie liefern leere Kalorien, machen dick und viele Menschen vertragen Gluten nicht mehr, was beim Backen ja aber unabkömmlich ist. Zu Recht?

 

Ja, wenn man sich die Herstellungsverfahren der Großbäckereien anschaut. Da wird in extrem kurzer Zeit aus Nichts ein Brot gebacken. Man versetzt es mit Zusatzstoffen, um das fertige Endprodukt schön aussehen zu lassen und geschmacklich auch zu verbessern. Der Teig reift nicht mehr, alles muss schnell gehen und billig sein. Darmprobleme, Glutenunverträglichkeit und Übergewicht sind nur ein paar Folgen mit denen viele Menschen zu kämpfen haben. Ursprünglich wurde Brot gebacken, um Menschen mit lebensnotwendigen Kalorien zu versorgen. Und das in möglichst wenig Volumen verpackt. Es gab schlichtweg nicht soviel Obst und Gemüse, wie es gebraucht hätte.

 

Alle "Grundnahrungsmittel" wie Kartoffeln, Reis, Nudeln und Brot dienten einmal dem gleichen Zweck. In Notzeiten versorgten sie die Bevölkerung günstig mit Energie. Das ist heute allerdings nicht mehr notwendig. Zu essen gibts für die Industrieländer mehr als genug. Die unkontrollierte Aufnahme dieser sogenannten Grundnahrungsmittel sorgt halt jetzt für andere Probleme. Übergewicht ist nur eins davon. Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Diabetes, Gelenkerkrankungen usw. haben ebenfalls ihren Ursprung in dieser Form der Ernährung.

 

Dabei kann Brot auch zur gesunden Lebensweise beitragen. Wenn es handwerklich gut gemacht ist und gute Zutaten verwendet werden, liefert Brot einen gesunden Mehr-(Nähr)wert. Viele Bäcker wird man da leider nicht finden, die Brot so backen, dass es nicht nur schmeckt und schön aussieht, sondern auch noch gesund ist. Der frisch gebackene Brot-Sommelier und Inhaber des Kaffeehaus Müller in der Marktstr. 9 in 08523 Plauen Rico Wagner ist einer der Wenigen, der die Kunst einer qualitativ hochwertigen Herstellung beherrscht und auch noch macht. Seine Vollkornbrote enthalten Vitamine, Mineralstoffe, Omega-3 Fettsäuren und viele Ballaststoffe. Er gibt dem Teig die Zeit, die er braucht, damit können bestimmte Zucker abgebaut werden, die bei Reizdarmpatienten für Verdauungsprobleme sorgen. Und das macht den Unterschied zu einem Brot aus dem Discounter aus.

 

Fazit: Man muss also nicht das Brot aus der Ernährung streichen, sondern man muss nur den Ort ändern, an dem man das Brot kauft.

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